Die Landwirtschaft brauche ein verlässliches Raumplanungsgesetz, damit die Betriebe sich dynamisch entwickeln könnten, bekräftigte Beat Röösli, Fachspezialist Raumplanung des SBV. Die Landschaftsinitiative will die Zahl und Fläche aller Gebäude ausserhalb der Bauzone plafonieren. Für den Bauernverband geht das klar zu weit. «Die Initiative greift zwar ein wichtiges Thema auf, gefährdet aber die Innovation und bauliche Entwicklung der Landwirtschaft», so Röösli. Derzeit arbeitet das Parlament an einem indirekten Gegenvorschlag, der laut Röösli aber noch einiger Anpassungen bedürfe, um die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu verbessern.
Der Gegenvorschlag sieht eine flexiblen Stabilisierungsansatz anstelle der Plafonierung vor. Die Stabilisierung müsse sich aber auf das eigentliche Problem der Ausnahmebewilligungen für zonenfremde und zonenwidrige Bauten konzentrieren, so Röösli: «Die zonenkonformen Bauten der Landwirtschaft müssen vom Stabilisierungsziel ausgenommen werden.»
Mission Impossible
«Wir müssen innerhalb der Landwirtschaftszonen zeitgemässe Gebäude zugunsten einer effizienten Lebensmittelproduktion erstellen und uns innovativ auf die Veränderungen am Markt anpassen können», fordert SBV-Präsident Markus Ritter. Dafür brauche es Pragmatismus bei der Bewilligung und die nötige Flexibilität im Raumplanungsgesetz. Er könne aus eigener Erfahrung sagen, dass Bauen in der Landwirtschaft immer mehr eine Mission Impossible sei. Nicht nur wegen der strengen Auflagen, auch wegen der hohen Kosten. Das Parlament müsse nun die Chance im Rahmen der Raumplanungsrevision ergreifen und damit der Landwirtschaft ermöglichen, innovativ und unternehmerisch zu sein.