Mit «MHD+» gegen Food Waste

Die Expertengruppe «Foodsave2025», bestehend aus Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Spendeorganisationen und aus der Lebensmittelbranche, hat die bestehenden Datierungs- und Produkteleitfäden überarbeitet. Mit dem neuen Mindesthaltbarkeitsdatum plus «MHD+» soll nun ein bedeutender Beitrag zur Verhinderung von Lebensmittelverschwendung geleistet werden.
Zuletzt aktualisiert am 26. November 2021
von Renate Hodel
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Foodwaste Rh

Die Arbeitsgruppe «Foodsave2025» hat diese Woche das neue Mindesthaltbarkeitsdatum plus - «MHD+» - lanciert. Mit diesem wird ein Zeitrahmen über das «normale» Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus festgelegt, innerhalb dessen ein Produkt bei korrekter Lagerung noch ohne Sicherheitsbedenken geniessbar ist – je nach Kategorie sind das zusätzliche 6 bis 360 Tage.

In der Schweiz werden jedes Jahr rund 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet. Ein grosses Problem sei vor allem die Unwissenheit von Konsumentinnen und Konsumenten, was die Ablaufdaten «Mindesthaltbarkeitsdatum» und «Verbrauchsdatum» angehe, erklärte Corinne Gantenbein, Lebensmittelmikrobiologin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Viele verpackte Lebensmittel würden weggeworfen, obwohl sie noch einwandfrei und geniessbar wären – nur weil das aufgedruckte Datum abgelaufen sei. Es brauche darum unbedingt die Einführung einer zeitgemässen und sinnvollen Datierung von Lebensmitteln in der Schweiz.

«MHD+»

In einem ersten Schritt werden in einer Sensibilisierungskampagne nun vorerst insbesondere Konsumentinnen und Konsumenten angesprochen. Im neu überarbeiteten Leitfaden wird die Haltbarkeit von Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum genau erklärt. Der Leitfaden führt ausserdem in das neu erarbeitete Datierungs- und Produkthandling rund um das neue Mindesthaltbarkeitsdatum plus ein und gibt Tipps, wie Lebensmittel korrekt gelagert werden und wie lange diese dann noch sicher konsumiert werden können.

So sollen zukünftig tausende Tonnen Lebensmittel gerettet werden – indem beispielsweise mit Verbrauchsdatum gekennzeichnete und zum Einfrieren geeignete Lebensmittel vor Ablauf des Datums fachgerecht eingefroren und neu etikettiert werden und so als Tiefkühlprodukte weitere 90 Tage lang abgegeben und verwendet werden. Gewisse Lebensmittel seien dann vielleicht nicht mehr ganz so farbig, knackig oder geschmacksintensiv, aber immer noch sehr geniessbar, führte Urs Vollmer, Projektleiter Nachhaltigkeit und Geschäftsleitungsmitglied bei Nahrungsmittelhersteller Frigemo, aus. Langfristig soll auch am Verkaufspunkt angesetzt werden und die Detaillisten bei der Sensibilisierung und Umsetzung helfen.

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