Salatgurke: Erfrischend und leicht

Die Salatgurke hat einen Spitzenplatz bei den beliebtesten Gemüsen der Schweiz auf sicher. Ihre Saison dauert von April bis Oktober.
Zuletzt aktualisiert am 7. August 2026
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Gurke Ji

Salatgurken sind eines der meistkonsumierten Gemüse der Schweiz, Rang 4 war es im vergangenen Jahr. Der Pro-Kopf-Konsum liegt bei knapp 5 Kilogramm pro Jahr. Fast der gesamte Anbau der hiesigen Salatgurken erfolgt in Gewächshäusern und das auf rund 75 Hektaren.

Mit ihrem hohen Wassergehalt von rund 96 Prozent sorgt die Salatgurke an heissen Tagen für Erfrischung und gehört zu den beliebtesten Zutaten in Salaten, Sandwiches oder kalten Suppen. Gleichzeitig ist sie mit nur 13 Kilokalorien pro 100 Gramm eines der energieärmsten Gemüse überhaupt. In der Schweiz hat die Salatgurke von April bis Oktober Saison.

Die Gurke ist eigentlich eine Beere

Botanisch gesehen gehört die Salatgurke (Cucumis sativus) zur Familie der Kürbisgewächse und ist eng mit Melonen, Zucchini und Kürbissen verwandt. Noch überraschender ist ihre Einordnung: Aus botanischer Sicht ist die Gurke nämlich eine Beerenfrucht, da ihre Samen vollständig vom Fruchtfleisch umschlossen sind. In der Küche wird sie selbstverständlich als Gemüse verwendet.

Ihre Ursprünge liegen in Süd- und Südostasien. Dort wurde die Gurke bereits vor mehreren tausend Jahren kultiviert, bevor sie über Vorderasien nach Europa gelangte. Heute wird sie weltweit angebaut und zählt über 40 verschiedene Sorten.

Woher kommt die «Sauregurkenzeit»?

Der Ausdruck «Sauregurkenzeit» bezeichnet eine Phase, in der wenig passiert. Deshalb wird auch das Sommerloch oft so genannt. Während der Sommerferien gibt es in Politik, Wirtschaft und Medien meist weniger grosse Ereignisse.

Woher der Begriff genau stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Einer bekannten Erklärung zufolge wurden im Spätsommer besonders viele frisch eingelegte saure Gurken verkauft, daher der Name. Eine andere Theorie führt den Ausdruck auf das Jiddische zurück: Demnach könnte «Sauregurkenzeit» von einer Redewendung für eine «Zeit der Not und der Teuerung» abstammen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus die heute geläufige Bezeichnung.

Für Redaktionen bedeutet die Sauregurkenzeit vor allem eines: Es ist die Zeit für Geschichten, die sonst vielleicht keinen Platz auf der Titelseite finden würden. Legendär sind etwa die Sommerlochtiere – in der Schweiz der Kaiman im Hallwilersee, die Elefantendame Sabu auf dem Zürcher Paradeplatz oder der Wisent in der russischen Botschaft in Bern.

Der LID setzt statt auf ausgebüxte Exoten auf Frauen in der Landwirtschaft. Unsere Sommerserie erzählt von Frauen, die mit ihrem Engagement, ihren Ideen und ihrem Alltag die Schweizer Landwirtschaft prägen. Ganz ohne Kaiman, aber mit mindestens ebenso spannenden Geschichten.

Nicht jede Gurke ist gleich

Wer von Gurken spricht, meint meist die klassische Salatgurke. Tatsächlich gibt es jedoch zahlreiche Sorten, die sich in Aussehen, Geschmack und Verwendung unterscheiden.

Die Salatgurke erkennt man an ihrer langen, schlanken Form und der glatten, dunkelgrünen Schale. Daneben erfreuen sich Snackgurken, auch Minisalatgurke genannt, zunehmender Beliebtheit. Sie sind kleiner, haben eine besonders feine Schale und eignen sich ideal für unterwegs oder die Lunchbox.

Eine weitere bekannte Sorte ist die Nostranogurke. Sie besitzt eine etwas dickere, warzige Schale und ein kräftigeres Aroma. Zudem hat sie mehr Fruchtfleischanteil als die handelsübliche Salatgurke. Die Nostrano wird meist roh verzehrt.

Für das Einlegen werden hingegen Einmachgurken verwendet. Sie bleiben deutlich kleiner als Salatgurken und besitzen eine festere Schale. Die kleinsten Exemplare werden als Cornichons geerntet, meist bereits bei einer Länge von fünf bis sechs Zentimetern. Gerade in der Schweiz dürfen Cornichons bei einem klassischen Raclette zusammen mit Silberzwiebeln und Maiskölbchen kaum fehlen.

Schälen oder lieber mit Schale?

Ob eine Gurke geschält werden sollte, darüber scheiden sich die Geister. Tatsächlich spricht wenig gegen den Verzehr der Schale.

Gerade in oder direkt unter der Schale befinden sich viele Ballaststoffe sowie ein grosser Teil der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe.

Erfrischend weit über den Salat hinaus

Die Salatgurke ist nicht nur eine Zutat für gemischte Salate. Sie passt hervorragend zu kalten Suppen wie Gazpacho, verleiht Sandwiches und Wraps eine frische Note und ist die wichtigste Zutat für Tsatsiki. Auch in Getränken mit Minze oder Zitrone erfreut sie sich grosser Beliebtheit. Selbst warme Gerichte sind möglich: In der asiatischen Küche werden Gurken häufig kurz angebraten oder geschmort.

Nicht zuletzt hat die Gurke auch ausserhalb der Küche Karriere gemacht. Gurkenscheiben auf den Augen und Gesichtsmasken mit Gurken als Zutat gehören seit Jahrzehnten zum Sinnbild einer entspannenden Gesichtsbehandlung. Zwar wirken sie keine Wunder, der kühlende Effekt kann müde Augen jedoch tatsächlich angenehm erfrischen.