Agrarpolitik 2030+: Mehr Spielraum für Bäuerinnen und Bauern – Streit um Geld und Umweltziele
Keine Revolution, aber Weiterentwicklung: Mit der Agrarpolitik 2030+ will der Bundesrat die Ernährungssicherheit stär...
«Der Staat ist dafür verantwortlich, die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft festzulegen», betont Markus Wildisen, Leiter des Fachbereichs Agrarökonomie, Soziales und Regionalentwicklung beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Es sei wichtig, dass die nationale Politik einen Rahmen vorgebe, der für alle gelte, und nicht irgendwo an Kantonsgrenzen plötzlich andere Regeln kämen. Diesen Rahmen so zu gestalten, dass er für alle Betriebstypen und alle Regionen anwendbar sei, sei herausfordernd. Im Blick zurück stellt Wildisen fest, dass in der alten Agrarpolitik viel mehr reglementiert und uniform war. Das habe in eine Sackgasse geführt. «Der Staat ist nicht der richtige Player, um in Märkte einzugreifen», erklärt der BLW-Mitarbeiter.
«Innerhalb des Rahmens sollten sich Landwirtschaftsbetriebe eigenverantwortlich und frei bewegen können», findet Markus Wildisen. Zu tief in betriebliche Unternehmensfunktionen einzugreifen, sei nicht Aufgabe des Bundes. «Sowohl Spezialisierung als auch Diversifizierung können erfolgreich sein», ist er überzeugt.
Jeder Betrieb müsse selber entscheiden, was zu den gegebenen Voraussetzungen und den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten passe. «Wichtig ist, dass sich jeder Betrieb eine Strategie zu Recht legt», findet er. Zur Vielfalt gehört für ihn auch eine Vielfalt in der Betriebsführung. Diese werde 2026 im UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen thematisiert.
Markus Wildisten stimmt jedoch zu, dass die ökologischen Direktzahlungsprogramme teilweise sehr detailliert eingreifen. «Direktzahlungen sind freiwillig», betont er im Wissen, dass diese für viele einkommensrelevant sind. «Die Agrarpolitik umfasst auch regional ausgerichtete Programme und Instrumente», ergänzt Markus Wildisen. Als Beispiele nennt er das Ressourcenprogramm sowie Vernetzungs- und Strukturverbesserungsbeiträge. «Die Kantone sind zudem frei, die nationale Politik mit eigenen Programmen abzurunden», betont er.
Staffel 18 von «Agrarpolitik – der Podcast» rückt die Vielfalt der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft in den Fokus. Die Staffel beleuchtet Potentiale und Grenzen vielfältiger Landwirtschaft – aus Sicht von Unternehmen, Verwaltung und Politik.
Diese Folgen sind erschienen:
Die Multifunktionalität, die in der Bundesverfassung verankert ist, zeige, dass ein Einheitsbrei nicht erwünscht sei. «Die Vielfalt, wie wir sie heute haben, wird mit der Agrarpolitik 2030+ Bestand haben und vielleicht noch grösser werden», meint Markus Wildisen.
Das ergebe sich aus dem Auftrag des Parlaments mit den vier Punkten:
Wie diese Ziele erreicht werden sollen, wird der Bundesrat erst noch diskutieren.
«Agrarpolitik – der Podcast» zeigt Entwicklungen, Lösungswege und Handlungsachsen der Schweizer Agrarpolitik. Moderiert werden die Sendungen von Andreas Wyss, die Produktion verantwortet Hansjürg Jäger. Der Podcast ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar und kann als Newsletter abonniert werden. Mehr unter www.agrarpolitik-podcast.ch.
Hindernisse und Bürokratie kämen auch von anderen Politikbereichen, so von der Raumplanung sowie von der Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Neu sei zudem auch die Ernährungspolitik eingebunden. Die ganze Wertschöpfungskette bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten solle nachhaltiger werden. «Dieses Politikgefüge im Griff zu behalten und in die richtige Richtung zu steuern, ist eine Herkulesaufgabe und nicht ganz einfach», betont der Agrarökonom.
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