Breites Nein-Komitee warnt vor Ernährungsinitiative
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«Wir müssen unbedingt Sorge tragen, damit wir auch in Zukunft Boden haben, sowohl in der Quantität, wie auch in der Qualität», betont Franziska Grossenbacher. Denn Boden und Landschaft seien endliche Ressourcen. «Wenn wir jedes Bedürfnis durch mehr Bodenverbrauch erfüllen, wird der Boden aufgebraucht», mahnt sie.
Die Geografin Franziska Grossenbacher ist seit November 2024 Co-Geschäftsleiterin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz.
Für den Schutz der Kulturlandschaft sei 2013 mit der ersten Etappe der Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG 1) eine gute Grundlage erlassen worden. «Das ungebremste Wachstum der Bauzonen konnte gestoppt werden», stellt die Co-Geschäftsleiterin fest. Die Arbeit sei jedoch noch nicht abgeschlossen. «Entscheidend ist, dass alle Gemeinden zu grosse Bauzonen zurückzonen», betont sie. Das sei noch nicht erfüllt. Auch müsste der Wohnflächenbedarf thematisiert und die Mobilität innerhalb des Wohnungsmarkts gefördert werden. «Wenn eine Person alleine in einem Einfamilienhaus lebt, ist das nicht nachhaltig», findet sie.
Mit der zweiten Revisionsetappe (RPG 2) werde auch das Bauen ausserhalb der Bauzone Thema. «Welches Land bebaut wird, wurde bisher zu wenig beachtet», findet die Geografin. Die Fruchtfolgeflächen hätten einen besonderen Schutz. Es gäbe jedoch noch andere Kriterien. Mit der Bodenstrategie, die der Bundesrat 2020 verabschiedet habe, sei die Grundlage gelegt und das Nationale Kompetenzzentrum Boden geschaffen worden. «Die Vision ist, dass der Boden seine Funktion für zukünftige Generationen behält», erklärt sie. Um in allen Kantonen Bodeninformationen zu sammeln und systematisch abzulegen, fehle es jedoch an Geld.
Die Staffel 19 von «Agrarpolitik – der Podcast» dreht sich um das Thema «Bodenschutz in der Zukunft – Zukunftsaussichten für den Boden in der Schweiz». Ob wir in Zukunft noch Boden haben oder allen Boden verbauen oder zerstören, wird aus Sicht des Landschaftsschutzes, der Raumplanung, der Forschung und der Politik beleuchtet. Aufhänger ist das Soil Evolution Festival, eine Fachveranstaltung für Bodenfruchtbarkeit und Bodenaufbau im deutschsprachigen Raum, die vom 2. bis 5. Juni 2026 auf dem Berner Hausberg Gurten stattgefunden hat.
Diese Folgen sind erschienen:
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz bringt sich als Anwältin der Landschaft in politische Prozesse ein – national und kantonal. «Wir wollen Prozesse zu Gunsten des Bodens gestalten und in der Kommunikation das Bewusstsein schärfen, dass alle Eingriffe schonend gemacht werden», erklärt die Co-Geschäftsleiterin. So seien sie involviert bei Bauprojekte ausserhalb der Bauzone für Landwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur oder erneuerbare Energie. «In der Interessenabwägung dominiert die Nutzungsseite», findet die Geografin. Um Landschaften freizuhalten, sollten neue Projekte dort realisiert werden, wo schon Infrastruktur vorhanden sei. Also eher Staumauern erhöhen als neue Stauseen bauen. Räume sollen zudem multifunktional genutzt werden.
«Agrarpolitik – der Podcast» zeigt Entwicklungen, Lösungswege und Handlungsachsen der Schweizer Agrarpolitik. Moderiert werden die Sendungen von Andreas Wyss, die Produktion verantwortet Hansjürg Jäger. Der Podcast ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar und kann als Newsletter abonniert werden. Mehr unter www.agrarpolitik-podcast.ch.
«Verschiedene Funktionen lassen sich durch gute Planung auf einem Raum verbinden», weiss Franziska Grossenbacher. Ein Raum könne vor Naturgefahren schützen, Erholungsraum bieten, Landwirtschaft ermöglichen und Biodiversität fördern. Das zeige die Energieinfrastrukturlandschaft am Aare-Hagneck-Kanal. «Gute Lösungen erreicht man, wenn interdisziplinäre Teams gut moderiert zusammenarbeiten», hält sie fest. Basis sei, die Herausforderungen in einem Raum gleichzeitig zu betrachten. «Politische Behörden müssen Multifunktionalität einfordern», postuliert sie. Nicht förderlich für den Boden sei es, wenn alles schnell gehen müsse. Aushandlungsprozesse bräuchten Zeit, führten jedoch zu guten Lösungen. «Die Herausforderung ist, die Liebe für die Landschaft in die politischen Prozesse einzubringen», findet Franziska Grossenbacher.
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