Premium statt Masse: Aargauer Nüsslisalat macht Karriere im Winterregal
Gemüsegärtner Thomas Käser machte aus einem Massenprodukt eine Spezialität. Auf dem Aargauer Gemüsebaubetrieb dreht s...
Der Nüsslisalat (Valerianella locusta) gehört zur Unterfamilie der Baldriangewächse innerhalb der Gattung Feldsalat. Auch bekannt als Nüssler, Feld- oder Ackersalat, Vogerlsalat, Schafmäulchen, Rapunzel oder Mausohrsalat ist der Nüsslisalat weit verbreitet und geschätzt. Deshalb freut es umso mehr, dass Schweizer Nüsslisalat das ganze Jahr über Saison hat. Die Hauptsaison des Blattgemüses ist zwischen September und April.
Ursprünglich stammt der Nüsslisalat aus Eurasien, wo er in wilder Form bis heute weit verstreut wächst. In kultivierter Form ist er seit dem Mittelalter bekannt. Zuvor wuchs er auf dem Acker als Unkraut, wurde gepflückt und in der Küche zu Salat verarbeitet. Der Gewöhnliche Feldsalat wächst heutzutage in Europa, Makaronesien, im nördlichen Afrika und in Westasien, während er in einigen Ländern als Neophyt gilt.
In der Schweiz gehört der Nüsslisalat zu einem der beliebtesten Wintersalate und der Grossteil der verspeisten Blätter stammt aus der Schweiz. Schweizer Gemüseproduzentinnen und -produzenten bauen Nüsslisalat das ganze Jahr an. Der robuste Salat steckt Temperaturen bis zu -15 Grad Celsius weg.
Für die Gemüsebetriebe ist der Nüsslisalat eine wichtige Kultur: 2024 lag sein Umsatz bei knapp 58 Millionen Franken, womit er auf Platz 2 unter den Gemüsekulturen lag. Im selben Jahr wuchsen auf 470 Hektaren mehr als 3500 Tonnen Nüsslisalat, wobei auf einem Fünftel der Gesamtfläche Bio-Nüsslisalat wuchs. Fast 40 Prozent der Gesamtproduktion wurden in Gewächshäusern erzielt. Knapp 700 Tonnen stammten aus dem Ausland.
Der Nüssler versorgt unseren Körper mit vielen Nährstoffen und Vitaminen. Er deckt in einer Portion knapp 30 Prozent des täglichen Bedarfs an Vitamin C ab. Dies übersteigt den Kopfsalat bei weitem, der nur knapp 7 Prozent abdeckt. Zudem trumpft er mit hohen Anteilen an Kalium, Vitamin B6 sowie Magnesium, Phosphor, Zink und Kupfer. Zudem ist Nüsslisalat ein grosser Eisenspender.
Wir kennen das Blattgemüse traditionell mit Speck, Ei und Croutons. Zu seinem nussigen Aroma passen aber auch Käse und Pilze bestens. Eine etwas andere Variante ist warmer Nüsslisalat: Dazu dünstet man die Blätter kurz in etwas Butter an und serviert sie als warme Gemüsebeilage, ähnlich wie Spinat. Zum Verarbeiten lediglich den Salat waschen und das Wurzelende entfernen. Nüsslisalat hält sich im Kühlschrank nur für kurze Zeit und sollte möglichst rasch genossen werden.
Mittlerweile sind die Nüsslisalatsorten so zahlreich, dass sich deren genaue Anzahl gar nicht bestimmen lässt. Gemäss einigen Quellen sind es mehr als 200 verschiedene Sorten. Dabei unterscheiden sich diese hauptsächlich in Ertrag, Blütezeit, Form und Erntezeit.
Raschwüchsig und ergiebig ist die Sorte Dunkelgrüner Vollherziger. Die Sorte Gala ist besonders robust und winterhart. Vollherzige Rosetten entwickelt die Sorte Korbfüller Duplex. Die Sorte Vit ist für den Herbst- und Winteranbau geeignet.
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