Mit Unternehmergeist zur Vielfalt

Markus und Christine Moser führen den Moserhof in Landiswil – einen diversifizierten Landwirtschaftsbetrieb mit Spezialkulturen und Direktvermarktung. Die Ausbildung der beiden hilft ihnen, den Betrieb nach ihren Vorstellungen weiterzuentwickeln.
Zuletzt aktualisiert am 16. März 2026
von Jasmine Baumann
4 Minuten Lesedauer
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Markus und Christine Moser mit einem ihrer Kinder vor dem Hoflädeli des Moserhofs in Landiswil. (jba)

Aufgewachsen auf einem typischen Milchwirtschaftsbetrieb, merkte Markus Moser spätestens in der Lehre, dass seine grosse Leidenschaft der Pflanzenbau ist. «Wenn ich im Mittelland wäre, wäre ich Ackerbauer», sagt der Landwirt. Im Emmental geht das jedoch nicht, wegen der Topgraphie. Daher ist er auf den Anbau von Spezialkulturen gekommen.

Heute baut er auf seinem Betrieb Gewürzkräuter, Erdbeeren, Pflanzkartoffeln, Gemüse, Weizen, Dinkel, Hafer und Roggen an. Die Milchkuhherde ist einer Mutterkuhherde mit 20 Tiroler Grauviehkühen und ihren Jungtieren gewichen. Das Rindfleisch geht in den Kanal Natura-Beef. Sechs bis sieben Rinder pro Jahr vermarktet Familie Moser direkt in Mischpaketen.

Die Philosophie des biologischen Anbaus hat ihnen zugesagt

Markus Moser hat 2009 die Meisterprüfung abgeschlossen. Daraufhin gründete er mit seinem Vater zusammen eine Generationengemeinschaft. Den Betrieb übernommen haben Markus und Christina Moser im Jahr 2017. Gleichzeitig haben sie auf die biologische Produktion umgestellt.

«Als unsere Kinder auf die Welt kamen, fingen wir an, vieles anders anzuschauen», erzählt die Bäuerin. Die Philosophie hinter der biologischen Produktion hat ihnen zugesagt.

Ein weiterer Grund war, dass sie planten, mit dem Kräuteranbau zu beginnen. Und in diesem Markt sei hauptsächlich Bioproduktion gefragt. Auch ihre jetzige Abnehmerin Swiss Alpine Herbs in Därstetten verwendet ausschliesslich Biokräuter für ihre Gewürzmischungen und Tees.

«Als unsere Kinder auf die Welt kamen, fingen wir an, vieles anders anzuschauen.»
Christine Moser
Bäuerin und Direktvermarkterin

Den Betrieb aus unternehmerischer Sicht anschauen

Bei strategischen Entscheiden und auch in der Produktion ist Markus Moser froh über das Wissen, welches er in seiner beruflichen Weiterbildung gelernt hat. In der Betriebsleiterschule sei man auf produktionstechnische Themen vertieft eingegangen – wie die Fütterung, Pflanzenbau und Düngung. «Ich verstehe nun die Zusammenhänge viel besser», erklärt er. Markus Moser würde darum jedem Landwirt und jeder Landwirtin, die einen Betrieb führen wollen, die Betriebsleiterschule empfehlen. «Man lernt den Betrieb aus unternehmerischer Sicht zu betrachten», erläutert er weiter. Einen Landwirtschaftsbetrieb zu führen sei ähnlich wie ein KMU.

Von der Ladenleiterin zur Direktvermarkterin

Auch seine Frau Christine Moser versteht viel von Unternehmensführung. Sie hat eine Verkaufslehre gemacht mit anschliessendem Handelsdiplom. Heute führt sie, neben der Betreuung ihrer vier Kinder, die Direktvermarktung auf dem Betrieb, zu welcher der Wochenmarkt, der Hofladen und die Verarbeitung gehören. Das buchhalterische Wissen hat ihr beim Aufbau geholfen und sei noch jetzt zentral.

Zuvor war Christine Moser Ladenleiterin in einer Landi. «Da habe ich gespürt, dass ich den direkten Kontakt zu den Leuten sehr gerne mag», erzählt Christine Moser.

Nach ihrem Mutterschaftsurlaub wollte sie nur noch in einem kleineren Pensum auswärts arbeiten. So entstand die Idee mit dem «z’Märit» gehen. Seit über acht Jahren geht sie jeden Samstag an den Wochenmarkt in Thun, um ihre Produkte anzupreisen und zu verkaufen.

Hofladen kam nach dem Markt dazu

Als Leute aus ihrer Region zu fragen begannen, was sie denn auf dem Wochenmarkt verkaufen, haben Mosers ihren kleinen, feinen Hofladen eröffnet. Der hübsch eingerichtete und historische Spycher vom Moserhof liegt zwar nicht an einer viel befahrenen Strasse, jedoch kommen viele Wanderinnen und E-Biker vorbei. Der Hofladen liegt an der Route von Lützelflüh auf die Moosegg. Einige Kundinnen kommen auch mit dem Auto – «es hat sich rumgesprochen», sagt die Bäuerin.

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Das Sortiment im Hofladen ist vielfältig – das meiste davon ist mit Rohstoffen vom Hof hergestellt. (jba)

Alles vom eigenen Hof

Im Angebot hat der Moserhof vorwiegend Getreideprodukte wie Mehle, Flocken, Teigwaren und Kernotto von ihren eigenen Getreidesorten. Das Getreide kann die Familie in der Mühle Schwanden einlagern und verarbeiten lassen. Die Teigwaren stellt «Härzbluet Pasta» in Büren zum Hof her – natürlich mit Mosers eigenem Getreide und Alpenchili.

Neben Konfitüren, Eingemachtem, Getrocknetem aus eigenem Anbau sind je nach Saison Erbeeren, Kartoffeln und Stangenbohnen mit dabei. Dazu findet man ein Grundsortiment an Kräuterprodukten von Swiss Alpine Herbs aus Därstetten, für die der Moserhof Kräuter produziert, sowie Trockenwürste. Das Fleisch der eigenen Mutterkuhrinder verkauft die Familie jeweils an bestimmten Verkaufstagen, direkt nach der Schlachtung.

Lernende profitieren von der Vielfalt

«Wir schätzen es sehr, wie alles auf dem Betrieb von der Produktion bis hin zur Direktvermarktung zusammenhängt», sagt Christine Moser. Die landwirtschaftlichen Lernenden können auf dem vielfältigen Moserhof eine Menge lernen. So können sie, wenn sie wollen, auch mit auf den Wochenmarkt und sich in der Direktvermarktung engagieren. «Wenn aber jemand nur traktörlen will, muss er nicht zu uns kommen», sagt Markus Moser.

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