Marroni: Vielfältig nahrhaft

Ob zum Wildmenü, als Vermicelles oder in gerösteter Form – Kastanien gehören zum Herbst dazu und haben eine spannende Geschichte.
Zuletzt aktualisiert am 30. Oktober 2026
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6Kastanien Puschlav©Monika Neidhart

«Heissi Marroni» sind an kalten Herbsttagen oft ein willkommener Hand- und Bauchwärmer. In der Herbstsaison gibt es Marroni, wie die Edelkastanien in der Schweiz genannt werden, in vielen Formen auf dem Menüplan: Karamellisiert, im Joghurt, Glace, Kuchen, Suppe, Brot, Vermicelles und vieles mehr. Die dunkelbraune Nuss ist nahrhaft, vielfältig und gesund.

Bedeutendes Grundnahrungsmittel

Über Jahrhunderte waren Marroni für viele Leute in der Schweiz ein bedeutendes Grundnahrungsmittel. Sie galten auch als «Brot der Armen». Die getrockneten Kastanien wurden zu Mehl verarbeitet, aus dem Brot, Brei und Kuchen gebacken wurde. Mit der Zeit wurden Kastanien von Kartoffeln und Getreide als Hauptnahrungsmittel verdrängt.

Hauptanbau im Tessin und Wallis

Angebaut werden Kastanien vor allem auf der Alpensüdseite zwischen 200 bis 1’000 Meter über Meer, typischerweise im Tessin oder im Wallis. Doch historisch gab und gibt es auch am Vierwaldstättersee und Zugersee eine bedeutende Kastanienkultur. Längst wurde der Wert der Kastanienselven erkannt und seither wird deren Erhalt gefördert.

Seit einigen Jahren nimmt der Anbau von Edelkastanien in der Schweiz und in Mitteleuropa wieder deutlich zu. Besonders auf der Alpennordseite entstehen aktuell neue Anlagen. Besonders interessant werden sie in Agroforstsystemen und auch der Klimawandel rückt sie in den Vordergrund, da sie sehr trockenheits- und hitzeresistent sind.

Nicht verwechseln mit Rosskastanien

Trotz ihrer Ähnlichkeit: Rosskastanien sind nicht mit Edelkastanien verwandt. Auch sind diese nicht essbar. Sie enthalten unter anderem viele Saponine, also Seifenstoffe.

Frisch geerntete Marroni sind nicht sehr lange haltbar und sollten innerhalb weniger Wochen gegessen werden. Es gibt verschiedene Methoden, sie länger haltbar zu machen: einkochen, einfrieren oder trocknen.

Kastanien sollten vor der Verarbeitung immer zuerst gewässert werden. Das heisst: sie werden etwa eine Stunde lang in kaltes Wasser eingelegt. Diejenigen welche obenauf schwimmen, können nicht gegessen werden, weil sie wurmstichig sind.

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