Melior-CEO: Alle müssen ihr Marktziele zurückfahren
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Warum brauchen Kühe, Schweine oder Ziegen überhaupt zusätzlich Mineralstoffe, wenn sie doch mit Gras, Heu, Getreide und anderen Futtermitteln bereits eine ausgewogene Ernährung erhalten?
Weil auch ein gutes Grundfutter nicht automatisch jeden Bedarf zu jeder Zeit deckt. Die Gehalte hängen beispielsweise von Standort, Pflanzenbestand, Düngung, Erntezeitpunkt und Konservierung ab. Gleichzeitig verändert sich der Bedarf des Tieres mit Alter, Leistung, Trächtigkeit, Laktation oder Mast.
Jeder Mineralstoff hat eine besondere Funktion:
«Wenig» bedeutet bei den Spurenelementen also nicht «unwichtig». Gleichzeitig ist mehr nicht automatisch besser. Ein Überschuss einzelner Mineralstoffe kann die Aufnahme anderer beeinflussen. So stehen beispielsweise Kalzium und Phosphor in einem engen Verhältnis zueinander.
Eine Milchkuh, ein Mastmuni, eine Ziege, ein Pferd und ein Schwein haben nicht denselben Bedarf. Aber auch zwei Kühe haben nicht zwingend denselben Bedarf.
Eine Milchkuh, die 40 Liter Milch produziert, befindet sich beispielsweise in einer völlig anderen Situation als eine trockenstehende Kuh. Für die Produktion von Milch, steigt unter anderem der Kalziumbedarf stark an.
Dazu kommen Faktoren wie Tierart, Alter, Leistung, Produktionsphase, Haltungsform, Standort und Grundfutter. Die Landwirtin oder der Landwirt muss sich deshalb fragen: Welche Mineralstoffe sind bereits im Futter enthalten und welche müssen ergänzt werden? Klee und Luzerne sind beispielsweise reich an Kalzium. Maissilage und Getreide weisen hingegen vergleichsweise geringe Kalziumgehalte auf.
Bei der Fütterung gilt es also, viele Faktoren gleichzeitig zu berücksichtigen. Fütterungsberaterinnen und -berater unterstützen die Landwirte dabei, die Rationen zu berechnen und die Mineralstoffversorgung auf den Bedarf der Tiere abzustimmen.
Wie Mineralfutter zusammengemischt werden, zeigte die UFA anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums von MINEX bei einer Führung im Werk in Sursee. In dem riesigen Turm werden aus über 240 Rohkomponenten rund 400 verschiedene Mineralstoffmischungen hergestellt. Die Rohstoffe stammen aus zahlreichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Spanien oder gar aus Indien. Sie werden in den unterschiedlichsten Gebinden geliefert. «Alles ist rückverfolgbar und wird bei der Anlieferung streng kontrolliert», erklärt Urs Steiner, der Produktionsleiter des Werks.
In den vergangenen fünf Jahren wurde das Mineralsalzwerk in Sursee umfassend modernisiert. Unter anderem ist ein neuer Expander im Einsatz. Dieser hat eine höhere Stundenleistung als sein Vorgänger und bindet den Staub besser. Die Staubbindung ist an allen Stationen im Werk ein wichtiger Bestandteil des Mitarbeiterschutzes.
Neu kommt im Werk ein führerloses Transportsystem zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen automatischen Palettenrolli, der selbständig Paletten zur Absackungsstation bringt. Auch die Absackung läuft automatisch und die fertig abgefüllten 20- bis 25-Kilogramm-Säcke stapelt ein Roboterarm auf bereitstehende Paletten. Damit werden die Mitarbeitenden von körperlich belastenden Arbeiten entlastet.
Bisher können durch die Technologien im Werk noch keine Mitarbeitenden eingespart werden: «Je mehr Technologien in einem System arbeiten, desto mehr braucht man Spezialisten, um es überwachen und warten zu können», sagt Urs Steiner.
Im modernisierten Mineralsalzwerk in Sursee übernimmt neu die «Amabox» einen Teil der Dosierarbeit. Das System ist bereits seit einem Jahr im UFA-Werk in Puidoux im Einsatz und soll künftig auch in Sursee zahlreiche manuelle Arbeitsschritte ersetzen.
Die verschiedenen Rohkomponenten lagern in schwarzen Boxen. Je nach Rezeptur werden die benötigten Komponenten automatisch ausgewählt und in der exakt erforderlichen Menge dosiert. Die Amabox wiegt die einzelnen Rohstoffe dabei aufs Gramm genau ab und gibt sie anschliessend in die jeweilige Mineralstoffmischung.
Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, denn eine Mischung kann aus zwei bis 30 verschiedenen Rohkomponenten bestehen. In Sursee fielen bisher jährlich rund 30’000 manuelle Abwägungen an. Mit der neuen Anlage soll dieser Aufwand Schritt für Schritt reduziert werden.
Ein weiterer Vorteil der automatisierten Dosierung: Die Rohkomponenten werden gezielt der jeweiligen Mischung zugeführt. Dadurch werden Verschleppungen zwischen verschiedenen Rezepturen vermieden und die Prozesssicherheit erhöht.
Was am Ende wie ein unscheinbares Häufchen krümeliger Körner aussieht, ist also das Ergebnis eines aufwendigen Prozesses. Welche Mineralstoffe darin stecken und in welcher Menge, hängt vom Tier, seiner Leistung, seiner Lebensphase uns einer gesamten Futterration ab.
Mineralstoffe werden zwar nur in kleinen Mengen verfüttert. Für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere sind sie dennoch unverzichtbar. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel zu geben, sondern genau das, was das Tier braucht.
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