Pilze: Aromatische Alleskönner
Pilze sind eine wahre Bereicherung für jeden Speiseplan. Sie punkten nicht nur mit ihrem intensiven Geschmack, sonder...
Pilze enthalten hochwertige Eiweisse, essenziellen Aminosäuren und Vitamine. Sie schmecken nicht nur gut, sondern lassen sich vielseitig in der Küche einsetzen. Sie können Teil einer pflanzenbasierten Ernährung sein, auch wenn sie Fleisch nicht direkt ersetzen.
«Pilze zu ziehen ist schon ganz etwas anderes, als ein Salathäuptli zu setzen», sagt der Landwirt. Wer selbst loslegen möchte, findet bei «Pilzland» durchwachsenes Holz, praktische Anleitungen und auch sonst alle benötigten Materialen.
Ob direkt im Garten oder im Topf auf dem Balkon – Christoph Aeschlimann und Christoph Stalder zeigen, wie Hobbygärtnerinnen und Gärtner ihre eigenen Pilze ziehen können.
Doch was macht nun Christoph Aeschlimann eigentlich? Mit Handschuhen und Maske bringt er das Pilzmyzel unter Laborbedingungen auf Getreidekörner auf. Ein Reinluftfilter verhindert, dass Keime oder Bakterien zum reinen Pilzmaterial dazukommen. «Ich will ja nicht, dass noch anderes wächst», sagt der Landwirt und Inhaber von «Pilzland». In einem Plastiksack mit Atemloch durchwächst nun weisses Pilzgeflecht das Getreide.
Als nächstes werden die sterilisierten Dübel damit «infiziert», wiederum in einem Sack. Nach dem Durchwachsen sind diese verkaufsfähig oder bereit, ein Stämmchen zu impfen. Auch diese Arbeit macht die «Pilzland» in Thörigen. Wonach die Stämme so gekauft werden können.
Um Pilze selbst anzubauen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder arbeitet man mit einem fertig geimpften Stamm oder man «impft» das Holz selbst mit Impfdübeln.
Kauft man einen fertig geimpften Stamm von «Pilzland», Anleitung ab Schritt 3 befolgen.
Es finden folgende Schritte statt:
Die vollständige Anleitung von Pilzland findest du hier.
Auch das Pflanzen in Töpfen ist möglich, wie auf der Homepage von «Pilzland» nachzulesen ist: Dazu nimmst du einen Topf mit 50 Zentimeter Durchmesser, füllst zuunterst unten ein drainage- und saugfähiges Material ein und gräbst anschliessend das Pilzstämmli mit torffreier Erde ein.
Die Pilzstämme und Dübel kannst du entweder direkt bei Pilzland bestellen oder beim Wyss Gartenhaus kaufen.
Neben den Stämmen und Dübeln produzieren Christoph Aeschlimann und sein Team seit wenigen Jahren auch Speisepilze zum Konsumieren. Genauer gesagt Shiitakepilze. Anders als bei den grossen Pilzproduzenten der Schweiz wachsen bei «Pilzland» die Pilze in einer alten Scheune auf einem Bauernhof, statt in grossen Industriehallen.
In einer dunklen Kammer mit kontrolliertem Klima wachsen sie, die Shiitakepilze. Die Anlage kontrolliert die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und den CO2-Gehalt. Dieser muss für die professionelle Pilzproduktion genau stimmen. Die Kammern sind gut isoliert und verschlossen, dadurch verbraucht die Pilzproduktion nur wenig Energie.
Die Fruchtbildung dauert nur etwa eine Woche. Rund 25 bis 30 Kilogramm Shiitakepilze verkauft Christoph Aeschlimann alle drei Wochen. Eine kleinere Menge trocknet er für die Vermarktung. Zu kaufen gibt es die Shiitakepilze bei verschiedenen Hofläden in der Region Emmental-Oberaargau.
Nach dem Champignon ist der Shiitake weltweit der am häufigsten konsumierte Speisepilz. Zudem wird er in der traditionellen Chinesischen Medizin als Heilpilz oder Vitalpilz verwendet. Damit «Pilzland» ihre Shiitake als Heilmittel anpreisen dürfte, müsste der Hersteller von Swissmedic, dem schweizerischen Heilmittelinstitut, anerkannt und geprüft werden. Dies ist jedoch nicht das Ziel.
Ein weiteres Standbein von «Pilzland» sind Kurse und Events. Dazu haben Christoph Aeschlimann und sein Team die ehemalige Heubühne in ein Event- und Kurslokal mit einer grossen Küche umgebaut.
Die Pilzproduktion ist für Christoph Aeschlimann und seine Partner bisher ein kleiner Nebenerwerb. Auf seinem Hof produziert er hauptsächlich Milch und betreibt Ackerbau. Er baut Getreide an sowie Mais und Gras für seine Tiere. «Mit der Pilzproduktion habe ich angefangen, weil ich etwas produzieren wollte, das weniger von der Agrarpolitik und dem Wetter abhängig ist», erklärt der Landwirt.
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