Erbsen: Die kleine Proteinbombe

Die Erbse ist die älteste Nutzpflanze unter den Hülsenfrüchten. Erbsen werden heute meist als Tiefkühl- oder Konservenprodukt gekauft und sind dadurch das ganze Jahr über erhältlich. In der Schweiz haben frische Erbsen von Juni bis Juli Saison.
Zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2026
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Erbsen Unsplash
Frische Erbsen können auch roh verzehrt werden. Sie eignen sich gut in Salate oder als frischer Snack direkt aus der Schote. (Unsplash)

Die Erbse (Pisum sativum) stammt ursprünglich aus Vorderasien und wurde bereits vor rund 8000 Jahren angebaut. Von ihr existieren mehr als 250 Sorten. Am bekanntesten sind die Zuckererbse, die Palerbse und die Markerbse. Lange Zeit wurde die Erbse ausschliesslich als ausgereiftes Korn genutzt. Bis ins 17. Jahrhundert diente sie vor allem als Trockengemüse und wurde häufig zu Mus verarbeitet. Erst später wurden Sorten gezüchtet, die auch grün verzehrt werden können.

Frische Erbsen als Nische

In der Schweiz werden Erbsen hauptsächlich in den Monaten Juni und Juli geerntet. Für eine optimale Qualität dürfen die Körner bei der Ernte nicht zu trocken sein, da sie sonst mehlig werden. Der grösste Teil der Ernte wird zu Tiefkühl- oder Konservenprodukten weiterverarbeitet. Erbsen zählen daher zum sogenannten Verarbeitungsgemüse. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem auch Bohnen, Pariser Karotten und Spinat.

Für die Herstellung von Tiefkühlerbsen werden die Erbsen zunächst blanchiert und anschliessend schockgefrostet. Durch dieses Verfahren behalten sie ihre intensive grüne Farbe sowie einen grossen Teil ihrer wertvollen Inhaltsstoffe.

Frische Erbsen galten lange Zeit als nahezu verschwunden vom Frischmarkt, haben jedoch in den letzten Jahren wieder an Beliebtheit gewonnen. Während der Saison sind sie auf Wochenmärkten, direkt ab Hof oder bei Grossverteilern erhältlich. Da sie nur frisch ihre knackige Konsistenz und ihren süsslichen Geschmack behalten, sollten sie möglichst rasch konsumiert werden. Für eine längere Haltbarkeit werden Erbsen ausserdem getrocknet oder in Dosen konserviert.

Ein grosser Teil der Trockenerbsen wird als Erbsenschrot in Tierfuttermitteln eingesetzt. Dort stellen sie eine klimafreundlichere Alternative zu Soja dar, da durch den heimischen Anbau kürzere Transportwege entstehen. Besonders häufig finden sie Verwendung in Futtermischungen für Mastschweine und Geflügel.

Starke Proteinquelle

Erbsen sind reich an Proteinen und enthalten pro 100 Gramm etwa 5,6 Gramm Eiweiss. Deshalb werden sie häufig in Fleischersatzprodukten als pflanzliche Proteinquelle eingesetzt. Zudem sind sie kalorienarm und liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin A, Vitamin C, Calcium, Eisen, Natrium, Mangan und Zink.

Das vielseitige Gemüse lässt sich zu zahlreichen Gerichten verarbeiten. Eine wichtige Rolle spielt die Erbse im italienischen Klassiker «Risi e bisi», was wörtlich «Reis und Erbsen» bedeutet. Das Gericht hat einen traditionsreichen Ursprung und wurde am St.-Markus-Tag, dem 25. April, als festliche Speise für den Dogen von Venedig zubereitet.

Im Gegensatz zu vielen anderen Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Kichererbsen können frische Erbsen auch roh verzehrt werden. Sie enthalten keine gesundheitsschädlichen Mengen an Lektinen und eignen sich deshalb hervorragend für leichte, knackige Sommersalate oder als frischer Snack direkt aus der Schote.

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