Radieschen: Scharfer Winzling

Radiesli sind ein Paradebeispiel dafür, wie viel in einem kleinen Gemüse stecken kann: Geschmack, Nährstoffe und Vielseitigkeit. Wer sie bewusst nutzt – inklusive Blätter –, holt mehr aus ihnen heraus, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Ein ganzjährig verfügbarer Genuss.
Zuletzt aktualisiert am 2. April 2026
3 Minuten Lesedauer
Radieschen Jin

Das Radiesli ist ein echtes Multitalent: klein, farbenfroh und mit einer angenehmen Schärfe, die vielen Gerichten das gewisse Etwas verleiht. Es gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt und hat eine lange Reise hinter sich – vermutlich aus dem Nahen Osten oder China nach Europa, wo es sich seit dem 16. Jahrhundert in den Küchen etabliert hat.

Heute sind Radiesli aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Sie sind das ganze Jahr über erhältlich – und ein Grossteil davon stammt aus der Schweiz. Rund 2’800 Tonnen produzieren hiesige Gemüsebetriebe jährlich, ergänzt durch vergleichsweise geringe Importmengen von knapp 400 Tonnen.

Mehr als nur ein Farbtupfer

Radiesli werden auf knapp 160 Hektaren angebaut – rund 15 Prozent davon im Biolandbau. Besonders wichtig sind Gewächshäuser, die eine ganzjährige Produktion ermöglichen und so macht die Gewächshausfläche beim hiesigen Radieschenanbau fast die Hälfte aus.

Radiesli bringen nicht nur Farbe auf den Teller, sondern auch wertvolle Inhaltsstoffe. Sie sind kalorienarm und liefern gleichzeitig Vitamin B und C sowie Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium.

Ihr charakteristischer Geschmack stammt von Senfölen, die für die typisch scharf-herbe Note verantwortlich sind. Diese verleihen dem Gemüse nicht nur Aroma, sondern werden auch mit positiven gesundheitlichen Effekten in Verbindung gebracht.

Vielseitig in der Küche

Am häufigsten landen Radiesli roh auf dem Teller – etwa im Salat, als knackige Beilage oder auf dem Butterbrot. Sie sorgen für Frische und eine leichte Schärfe. Doch damit nicht genug: Auch gedünstet oder in Suppen entfalten sie ihren Geschmack.

Weniger bekannt ist, dass auch die Blätter essbar sind. Sie können wie Spinat zubereitet oder fein geschnitten Suppen und Smoothies beigegeben werden.

Seit 2025 gelten Radieschenblätter in der EU sogar offiziell als Lebensmittel und auch in der Schweiz wird diese Regelung ab Juli 2026 übernommen.