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Big-M übt scharfe Kritik an der Milchindustrie

02.12.2010 - (lid) - Big-M wirft der Vereinigung der Schweizerischen Milchindustrie (VMI) vor, Polemik zu betreiben. Die zu grosse Milchmenge sei nicht ausschliesslich ein Problem der Bauern. Und: Der Milchpreis sei jetzt schon auf EU-Niveau.

VMI-Präsident Markus Willimann erklärte am 1. Dezember anlässlich einer Pressekonferenz zur Lage auf dem Milchmarkt, dass es sich bei der zu grossen Milchmenge um ein rein innerbäuerliches Problem handle. Eine Aussage, die bei der Interessengruppe für bäuerlichen Marktkampf (Big-M) für rote Köpfe sorgt: Zuerst schliesse die Industrie mit den Bauern Milchlieferverträge ab, die viel zu hoch seien. Danach teile sie den Bauern mit, auch die darüber hinaus produzierte Milch abzunehmen. Zudem würde die VMI jeglichen Versuch abblocken, die Milchmenge in der Branchenorganisation Milch zu begrenzen, schreibt Big-M in einer Medienmitteilung vom 2. Dezember.

Auf Unverständnis stösst ferner die Forderung der VMI, der Preis für Schweizer Milch müsse sich dem EU-Niveau anpassen, sonst sei man im Export nicht wettbewerbsfähig. Big-M hält dem entgegen, dass Schweizer Milch bereits heute billiger sei als in Süddeutschland. Dort würden die Verarbeiter rund 50 Rappen pro Liter bezahlen. In der Schweiz zahle die Industrie zwar 60 Rappen, dafür bekomme sie vom Bund 15 Rappen pro Liter verkäste Milch zurück, womit der Liter folglich nur noch 45 Rappen koste.

Big-M wirft der VMI Stimmungsmache vor. Wolle die Industrie auch künftig noch über genügend Schweizer Milch verfügen, müsse sie mithelfen, den Milchpreis zu stabilisieren. Denn die Ertragslage auf den Milchwirtschaftsbetrieben sei derzeit katastrophal.

 

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