Gezielte Bejagung der Wildsauen im Kanton Zürich zeigt Wirkung
07.01.2010 - (lid) - Der Wildschweinbestand im Kanton Zürich hat im Jagdjahr 2008/09 stark abgenommen.
Der Regierungsrat führe dies einerseits auf den langen und kalten Winter, andererseits auf die Sondermassnahmen bei der Bejagung der Wildsauen zurück, meldet die Nachrichtenagentur SDA. Die Fischerei- und Jagdverwaltung habe bereits zu Beginn der Jagdperiode 2001 bis 2009 die Bejagungsstrategie für die Wildschweine an die neusten wildbiologischen und jagdtechnischen Erkenntnisse angepasst, zitiert die SDA eine Antwort auf eine Anfrage im Kantonsrat. Die grossen Anstrengungen der Jägerschaft hätten zu einem "rekordhohen Gesamtabgang" geführt.
In den vergangenen 10 Jahren wurden im Kanton Zürich im Schnitt rund 650 Wildschweine erlegt. Fast 90 Prozent des Abgangs bestanden aus Jungtieren, etwa 10 Prozent waren ältere Tiere, wie es in der Antwort des Regierungsrates weiter heisst. Um die Wildschäden möglichst tief zu halten, werde während der Vegetationsperiode der Jagddruck in den landwirtschaftlichen Kulturen "sehr hoch gehalten" und im Wald gänzlich eingestellt, schreibt die Regierung. Im Winterhalbjahr werde dagegen die Jagd in den Wald verlegt.
Eingeführt wurden zudem zahlreiche Sondermassnahmen. So wurde die Schonzeit verkürzt, der Schutz der Frischlinge aufgehoben und auf dem gesamten Kantonsgebiet wurde die Nachtjagd mit künstlichen Lichtquellen zugelassen. In Landwirtschaftlichen Kulturen dürfen überdies bereits ab 1. August "wildsauenscharfe Hunde" eingesetzt werden.
Der Gesamtbestand an Wildschweinen in den einzelnen Regionen sei eng verknüpft mit den Lebensbedingungen. Die Ermittlung des Bestandes sei überdies schwierig, da die Tiere sehr scheu und deshalb schlecht zu zählen seien. Experten gehen von einem Grundbestand von 500 bis 600 Wildsauen aus.
